Der Finke Gorge National Park Australien Reisefuehrer

Der Finke Gorge National Park liegt südlich von Hermannsburg bzw. 100 km südwestlich von Alice Springs. Kernstück dieses Parks ist Palm Valley, eine Naturoase, wo rund 3000 Palmen der Gattung Livistona vorkommen, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt, welche wahrscheinlich von Bäumen abstammen, die vor Jahrmillionen hier am Ufer eines Binnenmeeres gewachsen sind. Die Schlucht des Finke Rivers, der fast ständig Wasser führt, birgt einige Kultstätten der Aborigines. Markierungen der Wanderwege gibt es hier nicht. Seine Entstehung liegt mindestens 1100 Millionen Jahre zurück - und damit ist der Finke River einer der ältesten Flüsse der Erde, der die rostrote Felslandschaft der Finke Gorge schuf. Überbleibsel aus längst vergangenen Zeiten sind auch die zahlreichen Marienpalmen, die den Wasserlauf zieren. Sie erinnern an jene Ära, in der Zentralaustralien noch von tropischen Wäldern bedeckt war - was mindestens 20.000 Jahre zurückliegt. Einen geländegängigen Allradwagen sollte jeder fahren, der nach PaIm Valley möchte. Denn die Strecke ist sehr steinig.

Kommt man vom Süden, so hat man eine lange und staubige Irrfahrt hinter sich. Nachdem man einem der fast nicht vorhandenen Hinweisschilder nach Palm Valley gefolgt ist, steht man am Eingangstor zum Finke Gorge National Park, wo man einen Übersichtsplan und Wegbeschreibung des Parks findet. Hier hat man die Möglichkeit richtiges Geländefahren zu erleben. Durch ausgetrocknete Flußbette und kleine Sandwege gelangt man durch diesen Park.

Campieren ist hier kein Problem. In den ausgetrockneten Flußbetten, vor allem im Boggy Hole, ist das campieren und Feuer machen erlaubt. Hat man dies vor, so erlebt man eine richtige Lagerfeuerromantik, weitab vom Massentourismus. Die einzigen die man hier trifft, sind Einheimische, für die das Boggy Hole scheinbar ein Geheimtip ist. Für alle die das Abenteuer lieben ist dies eine einmalige Gelegenheit das Abenteuer zu (er)leben. Es sei aber erwähnt, daß man von den Einheimischen in den Straßenkartengeschäften in Alice Springs und Yulara als auch vom Ranger beim Uluru (Ayers Rock) keine detaillierte Auskunft über Straßen oder gar Kartenmaterial über die Strecke Ernest Giles Road - Outback zum Finke National Park bekommt. Niemand konnte (oder wollte) darüber Auskunft geben und alle haben von dieser Strecke abgeraten und gesagt, daß es hier keine Straßen gäbe, obwohl wir eine Karte besaßen, wo zumindest ein Weg eingezeichnet war. Auch die Autovermieter (Brits Australia) haben abgeraten und jede Straße durch dieses Gebiet geleugnet. Hat man sich entschlossen diese Route trotzdem zu befahren, wird man überrascht sein, wie viele Straße dennoch vorhanden sind. Sehr viele kleinere und größere Schotter- und Sandstraßen, mehr als einem liebt ist, bilden fast schon ein Labyrinth. Die einzige Möglichkeit ist das Fahren nach dem Kompaß und zwar in Richtung Norden und darauf hoffen, ein Hinweisschild nach Palm Valley zu finden. Falls man mehr nach Westen abkommt, so wird man wahrscheinlich irgendwann auf die Mereenie Loop, die zum Kings Canyon bzw. nach Hermannsburg führt, kommen. Falls man auf eine Farm etwas östlich stößt (der Farmer hat einige größere wilde Hunde), so kann man einfach durch dieses Gebiet durchfahren. Laut Karte sollte dieser Weg ebenfalls zum Finke Gorge National Park führen, was wir aus Zeitgründen allerdings nicht ausgetestet haben.

Der Sonnenuntergang im Boggy Hole...

Nach einer Nacht im Outback kann man den Weg nach Norden fortsetzen. Man kann hier sehr schöne Landstriche und Wasserlöcher zu sehen bekommen. Am Nordende des Finke Gorge National Park grenzt ein Aboriginesgebiet an. Man darf dieses durchqueren, allerdings nicht aussteigen oder fotografieren. Unterwegs durch dieses Gebiet stößt man auch auf einige kleine Siedlungen der Aborigines, die aber durchwegs von Autowracks geziert werden und eher kleinen Slums ähnlich sehen. Wenn die Schotterstraße in eine größere mündet, so kommt man in östlicher Richtung nach Hermannsburg.

Auf dem Weg durch den Park stößt man auf viele Überraschungen....

Dort kann man bequem eine kleine Pause machen. Dieser Ort hat etwa 400 ständige Einwohner, ein großer Anteil davon sind Aborigines. Tankstelle und Fastfoodrestaurant sind ebenfalls anzutreffen.

Für diese Strecke sei allen, die diese in Erwägung ziehen, ans Herz gelegt, diese Route auf keinen Fall zu unterschätzen. Nach Möglichkeit nicht alleine fahren, genügend Wasser mitnehmen und auf Medikamente nicht vergessen. Da in diesem Gebiet mitunter tagelang keine Menschenseele vorbeikommt, sollte man einem Ranger Bescheid geben, wo man fahren will und wann man wo ankommen wird. Geländefahrkenntnisse sind hier unbedingte Vorraussetzung.

Als zeitliche Richtlinie kann man folgendes annehmen: Yulara - Finke Gorge 6-7 Stunden. Wir haben die Strecke Yulara zum Park etwa in 6 Stunden zurückgelegt, dort genächtigt und am nächsten Morgen die Fahrt nach Alice Springs mit Stops von 1-2 Stunden bei der Standley Chasm und der Simpsons Gap fortgesetzt. Ankunft in Alice Springs war etwa gegen 18 Uhr.