Alice Springs Australien Reisen und Urlaub Tipps

Wenn man in Alice Springs das Flughafengebäude verläßt, weiß man, warum die Australier beim Sprechen den Mund so ungern aufmachen. Jeder hat sich sicherlich schon einmal über lästige Fliegen geärgert. Hier erlebt man den Höhepunkt solcher Lästigkeiten. Fast immer hat man mindestens 30-50 Fliegen um sich. Sie lassen sich nicht verjagen, sondern sitzen günstigenfalls als schwarzer Schatten auf dem Rücken oder dem Hut. Für Leute, die in diesen Dingen etwas empfindlich sind, sei empfohlen, ein Netz vor dem Hut zu tragen.

Dennoch ist Alice Springs eine faszinierende 25.000 Einwohner Stadt im geografischem Zentrum von Australien. Die Entfernung zu den nächsten großen Städten Darwin und Adelaide betragen etwa 1600 und 1700 Kilometer. Hier sieht man schon bei der Fahrt vom Flughafen in die 'City' das Aufeinaderprallen zweier Kulturen. Auf der einen Seite die australische Kultur der Einwanderer mit deren mannigfaltigen Werbeplakaten und typischen Häusern (ähnlich dem amerikanischen Stil) und auf der anderen Seite die verarmte Kultur der Aborigines, die in den großen Parks und freien Wiesenflächen oft verwahrlost herumlungern. Der Transfer vom Flughafen nach Alice Springs (etwa 17 Kilometer, Fahrdauer etwa 20 Minuten) kostet mit dem Taxi etwa 19$ und mit dem Flughafenbus etwa 9$.

Trotzdem ist Alice Springs eine Stadt, die den Pioniergeist der ehemaligen Einwanderer überall zeigt. Früher war Alice Springs das Symbol für Einsamkeit und Abseitsliegen jeglicher Zivilisation. Die Verbindung zur Außenwelt konnte oft nur sehr spärlich aufrecht erhalten werden, da Straßen kaum vorhanden waren und Funk über tausende von Kilometern früher noch nicht möglich war. Schließlich fehlte es an den dazu notwendigen unabhängigen Generatoren. Alice Springs galt als einziges Bollwerk hier in der unendlichen Einsamkeit der australischen Halbwüste.

Mit dem Namen Alice Springs ist auch ein Teil der australischen Pioniergeschichte untrennbar verbunden. 1871 kamen die Landvermesser Gilbert McMinn und William Mills, die damit beauftragt waren, eine geeignete Strecke für den Telegraphenbau von Adelaide nach Darwin zu finden. Diese hielten die Heavitree Gap, einen Felseinschnitt durch die Gebirgskette der McDonnell Ranges einige Kilometer südlich des heutigen Alice Springs, am geeignetsten. Nicht zuletzt, weil dort eine Quelle (Alice Springs) entdeckt wurde. 1872 hatte man den Bau der Leitung abgeschlossen, und damit war die Verbindung Adelaide - Darwin via Indonesien nach London gegeben. Bis 1929 blieb Alice Springs, das bis 1933 noch Stuart hieß, ein kleines, isoliertes Outback-Nest mit ein wenig mehr als 100 Einwohnern, die mittels Kamelkarawanen versorgt werden mußten. Eine Weiterentwicklung erfolgte erst, als 1929 die Eisenbahn vom Süden her die Stadt erreichte und der Stuart Highway während des 2. Weltkrieges fertiggestellt wurde. Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich die planlos um den Todd River wachsende Stadt zu einem wichtigen Umschlagplatz im Zentrum Australiens. Alice bildete nun ein industrielles Zentrum für Rinderzucht und zur Versorgung des ganzen Umfeldes. Dann wurde Alice vom Tourismus entdeckt und die Einwohnerzahl verzwanzigfachte sich bis Anfang der 70er. Heute ist Alice der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge in die McDonnell Ranges und den Ayers Rock. Seit heuer gibt es endlich den Beschluß, daß Darwin und Alice Springs mit einer Eisenbahn verbunden werden.

Eine weitere Attraktion ist die Henley on Todd Regatta, bei der auf Grund des Wassermangels im Todd River, eine Regatta ausgetragen wird, bei der die Teilnehmer ihre Boote tragen. Diese findet normalerweise am letzten Samstag im September statt.